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Apothekenscharmützel.

Es erstaunt mich, wenn Apotheken beziehungsweise deren Mitarbeiter_innen so tun, als ob sie nichts verkaufen wollten. Jedenfalls keine Schmerzmittel, denn die scheinen ganz ganz böse zu sein.

Manchmal kommt es vor, dass ich nicht zu meinem Arzt kann, um Medikamente abzuholen. Zum Beispiel dann, wenn ich einen Schmerzschub in einer fremden Stadt habe oder morgens mit dickem Fuß und großem Geheule aufwache – in solchen Situationen habe ich wenig Lust, zur Bushaltestelle zu humpeln, dann zum Arzt zu humpeln, dort rumzusitzen, bis die Praxisassistenz mal Zeit hat. Vorausgesetzt natürlich, dass der Arzt auch Sprechstunde hält und nicht im wohlverdienten Urlaub weilt. Denn dann hätte ich noch viel weniger Lust auf das ganze Gehumpel.

Kurz: Ich kaufe Medikamente auch in Apotheken. Denn dafür sind sie da. Manchen Mitarbeiter_innen scheint dieses Verhalten ein Dorn im Auge zu sein. Der Mundwinkel zuckt beim Nennen des Wirkstoffes (statt des Markennamens), die Stirn liegt in schweren Falten – besonders bei der Standard-Antwort „Ja, ich bin Schmerzpatient“ auf die Standard-Frage „Kennen Sie das Medikament?“ Als hätte man illegale Drogen verlangt. Oder den Erstgeborenen als Opfergabe für dunkle Götter gefordert.

Aber ich bin nun mal auf Diclofenac eingestellt, inklusive Bluttests bei so ziemlich jedem Arztbesuch. Weshalb sollte ich dann „Schmerzmittel bitte“ sagen? Oder „Voltaren“? Ich weiß ja, was ich nehmen soll, und finde Generika toll.

Als ich noch Dreadlocks bis zum Hintern trug konnte ich ein gewisses Misstrauen nachvollziehen. Auch wenn ich mich nachträglich frage, wie groß das Missbrauchspotential von 10x25mg sein könnte, und ob es dafür echt einen Schwarzmarkt gibt.

Ist das Teil der Verkaufsausbildung? Soll damit dem Kunden signalisiert werden: Hey, wir achten auf Deine Gesundheit! Und auf Deine Karriere als Kleinkrimineller!

In dem Fall ein Tipp, liebe Apothekenmitarbeitende: Wenn jemand mit Stock in der Hand und Schweiß auf der Stirn angehinkt kommt könnte es durchaus sein, dass er oder sie ein Schmerzmittel einnehmen und nicht auf dem Schulhof verticken möchte.

Es hilft, wenn man immer dieselbe Apotheke aufsucht. Sofern es sich um ein inhabergeführtes Geschäft handelt, denn sonst wechselt das Verkaufspersonal so oft, dass man alle paar Monate ein neues Gesicht vor sich hat. Das dann die Stirn mehr oder weniger dekorativ runzelt.

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